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aktualisiert am 5. Mai 2022

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Die Stadtgalerie KUNST-GESCHOSS zeigt in der Ausstellung „Gesichter des Regenbogens“ künstlerische Portraitfotografien von Barbara Haarmann, die über mehrere Jahre bei der Christopher Street Day (CSD) Parade in Berlin entstanden sind. Wenn es zu Beginn der CSD-Bewegung, gerade in den USA um eindeutige und öffentliche Sichtbarkeit sexueller Orientierung ging, hat sich im Laufe der letzten fünfzig Jahre der Inhalt mehr und mehr, auch durch gesetzliche Veränderungen, nuanciert.

Während es am Anfang noch darum ging, generell öffentlich sichtbar zu sein ist es heute ein breites Spektrum von sexuellen Orientierungen, welches die mittlerweile an vielen Orten der Welt stattfindenden Paraden zum Inhalt haben und damit wieder um öffentliche Sichtbarkeit ringen. 

Für die Fotografin Barbara Haarmann ist es nicht nur ein selbstgewählter Auftrag für eine fotografische Reportage, ihr bietet die Parade in Berlin viel, viel mehr.
Auf die Frage, warum sie sich diesem Thema gewidmet hat, beantwortet die studierte Industriedesignerin ganz spontan: „Weil es Spaß macht, weil laut und bunt und es das reinste Theater ist. Kostüme, Mode, Verkleidung waren mein Beruf und auch einmal meine Berufung. Faltenwürfe, Hüte, Kleidung weit weg vom Alltag. Der CSD ist für mich von daher schon paradiesisch. Ein Riesenspektakel, dem meine ganze Liebe gilt. Menschen in der Selbstinszenierung, feiern sich selbst und ihre Gemeinschaft. Trotz aller Selbstdarstellung begegneten mir die meisten Portraitierten unverstellt, gelöst, authentisch.“

Die CSD Parade ist regelrecht für Barbara Haarmann‘s Art zu fotografieren geschaffen. Sie  liebt das schnelle und intuitive Reagieren beim Fotografieren. Das Portrait ist die offensivste Form der Fotografie und verlangt gerade vom fotografierenden Akteur viel Einfühlungsvermögen. Dem bildlichen Resultat geht ein als Einstimmung „schäkerndes“ Spiel von Kamera und Portraitierten voraus. Alles dient nur dem Ziel, genau im richtigen Augenblick den Auslöser zu betätigen. Die Fotos, die dabei entstehen, fangen genau die minimale Pause zwischen der zur Schaustellung und des wieder bei sich selbst Sein ein. Jegliches künstliche Posieren wird dabei komplett vermieden. 

Die monochrome Fotografie ist dienliches Mittel für die künstlerische Aussage. Obwohl die Parade auf Farbigkeit angelegt ist, erscheint sie uns in den Portraits unnötig. Die wenigen Farbabzüge in der Ausstellung geben gute Vergleichsmöglichkeiten.

Eine respektvolle und ehrliche Ausstellung, die zu keiner Zeit voyeuristisch erscheint.
Frank W. Weber - Kurator der Stadtgalerie KUNST-GESCHOSS

Auch am Himmelfahrtstag, 26. Mai geöffnet!
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